Thursday, 3 September 2020

Mory Kante ‎– Akwaba Beach (1987)

Genre: Electronic, Folk, World, & Country
Format: CD, Vinyl
Label: Barclay, PolyGram Records, Inc.

Tracklist:
1.   Yé Ké Yé Ké
2.   Deni
3.   Inch' Allah
4.   Tama
5.   Africa 2000
6.   Dia
7.   Nanfoulen
8.   Akwaba Beach

Credits:
Alto Saxophone – Sofi Hellborg
Bass – Willy N'For
Choir  – Djanka Diabate
Drum Programming – Roland Kerridge
Drums – Kuo Joseph
Guitar – Les Davidson, Samba N'Diaye
Keyboards – Nick Parker
Percussion – Moussa Cissokho
Tenor Saxophone– Daniel Pabœuf
Trombone – Alex Perdigon
Trumpet – Tony Brenes
Composed By, Arranged By – Mory Kanté
Producer, Recorded By, Mixed By– Nick Patrick


Mitte der 80er brachte Paul Simon sein damals nicht unumstrittenes Album Graceland auf den Markt. Nach den Buchstaben des Gesetzes hatte er durch die Einbeziehung südafrikanischer Musiker den Südafrika-Boykott verletzt, mit dem der Apartheidsstaat für seine rassistische Politik geächtet werden sollte. Heute hat das Album Legendenstatus und gilt als ein Türöffner für alles, was danach an Ethno-Pop und –Rock und Weltmusik in die Läden und vor allem die Charts schoss. 
Ohne diese Vorarbeit wäre der Einstieg Mory Kantés in die europäischen Charts wohl kaum denkbar gewesen. Im Sommer 1987 erreichte der Sänger aus Guinea mit seinem Album Akwaba Beach in der Schweiz die Pole Position; in Deutschland immerhin den 12. Platz. Deutlich erfolgreicher war die Ethno-Pop-Single „Yé ké yé ké“, die in beiden Ländern auf Platz 2 landete, in Österreich auf Platz 10 und im UK immerhin auf 29. In Frankreich hatte das Stück bereits im Frühjahr Platz 5 gestürmt. 
Grundlegender Unterschied zu Paul Simon, Peter Gabriel und anderen Ethno-Förderern ist die Tatsache, dass sich mit Mory Kanté ein in Afrika ansässiger Musiker ohne direkte Hilfe einer europäischen Größe mit einer stark von der Musik seiner Heimat geprägten Nummer in Europa durchsetzen konnte. 
„Yé ké yé ké“ war der ideale Rammsporn, um die Charts zu knacken. Der eingängige Rhythmus verwandelte die Tanztempel im Nu. Der afrikanische Gesang war fremdartig genug, um dem Titel ein exotisches Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen, ohne Barrieren zu bauen, die nur ein kulturell bewusst offenes Publikum überstiegen hätte. Die ausgefuchsten Percussioninstrumente sorgten wiederum dafür, dass der Nummer bei aller Eingängigkeit nicht der Ruch der Banalität entströmte. 
Somit war dem gesamten Spektrum vom Dudelfunkhörer bis zum Feuilleton-Gourmet Grund gegeben, mal einen näheren Blick auf Mory Kanté zu werfen. 
Ob bewusst, oder unbewusst - Akwaba Beach bietet auch auf gesamter Länge für beide Seiten Futter. Das von einem kehligen, bei dem Titel möglicherweise nicht zufällig nach einem Muezzin klingenden Gesang geprägte „Inch' Allah“ dürfte, da ihm kein direkt zugänglicher Rhythmus eigen ist, eher etwas für’s Kulturvolk sein, während das packende, teilweise in Englisch und Französisch vorgetragene „Africa 2000“ eine Nachfolge-Single hätte sein können. Auch das zwar eher melodische, aber durchaus schmissige „Nanfoulen“ dürfte Breitenwirkungspotenzial haben. 
Insbesondere bei den ruhigeren Nummern, bei denen Mory Kanté seidig elegant wirkt, kommt ein Arrangement zum Tragen, das vom Schlagzeug und Bläsersound ein wenig an Phil Collins Produktionen erinnert, während der abschließende Titelsong auch auf ein Steve Winwood Album mit Ethno-Einschlag passen würde. 
Ein Album, das bei manchen klar erkennbaren 80er Trademarks etwas Zeitloses hat.
Norbert von Fransecky / musik an sich...

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